Architektur
Luft für die Unterwelt
Der Marktplatz der Stadt Iserlohn hat einen rechteckigen Grundriss und ist mit
einer der ältesten Tiefgaragen der Stadt unterbaut. Genutzt wird die
Fläche für die Veranstaltung des Wochenmarktes, von der benachbarten
Gastronomie sowie für kulturelle Events der Stadt Iserlohn.
Zur Lüftung der Tiefgarage befindet sich auf dem Platz ein 12 Meter
hoher Lüftungsturm in Sichtbetonbauweise, der für den Anschlag von
Plakaten benutzt wird. Direkt neben dem Turm liegen der Fußgängerzugang
zur Parkgarage und eine öffentliche Toilettenanlage. Das Bauwerk aus den 1970er
Jahren hat in den letzten Jahrzehnten stark unter den Witterungseinflüssen gelitten
und ist zu einem Schandfleck des Marktplatzes geworden.
Auftragsgegenstand dieser Architekturstudie war die Konzeption und
Designentwicklung einer zeitgemäßen Verkleidung des Lüftungsturms
unter Einbeziehung von technischen Anlagen und visuellen Effekten, die der
Attraktivitätssteigerung des Platzes dienen sollten.
Die abgebildete Konzeption sah die Verkleidung des Turms mit einem
einfachen Grundgerüst aus Stahlträgern vor, das nach dem Prinzip einer
Vorhangfassade mit Glas und Edelstahlblechen verkleidet werden sollte.
Zur Lüftung ist das Dach der Konstruktion angehoben und wird von den
vier "Ecknadeln" - ein formaler Verweis auf die industrielle Historie der Stadt
als Standort der Nadelindustrie - gehalten.
Neben der Anzeige der Uhrzeit, des Datums und der Temperatur dienen die
beiden Stahlseiten als multimediale Projektionsflächen bei Events. Von den
Dächern der benachbarten Gebäude aus können Bilder und Filme auf
die Fläche projiziert werden.
Die beiden Glasseiten bestehen aus einer Vorhangfassade aus ESG-Glas, wie
es häufig in der zeitgenössischen Architektur eingesetzt wird. Die
Befestigung erfolgt über Klemmung in Profilen oder mittels moderner
Punkthalter.
Die zahlreichen farbigen Lichteffekte lassen sich steuern und können
daher zur emotionalen Unterstützung bei Kulturveranstaltungen eingesetzt
werden. So können für die Außengastronomie im Sommer, bei
Oper-Air-Konzerten oder während des Weihnachtsmarkts unterschiedliche
Lichtstimmungen erzeugt werden.